Deutsche Schulmeisterschaft
Am Sonntag, den 17.5.2026 trafen sich Kalle, Toni, Oskar, Simon, sein Vater und Herr Mandelbaum früh morgens beim Hauptbahnhof. Durch das gute Abschneiden beim Schulschachpokal hat sich die Mannschaft zur Deutschen Meisterschaft qualifiziert. Dort treffen sich die besten Schulen aus ganz Deutschland, um sich miteinander zu messen. Mit dem ICE fuhren wir zunächst nach Dortmund. Dort musste umgestiegen werden, wofür wir nur neun Minuten Zeit hatten.
Weiter ging es nach Brilon Wald und danach bis nach Willingen. Das liegt in Hessen, also ungefähr in der Mitte von Deutschland. Vor Ort stieß Mattis dazu, der zusammen mit seinem und Oskars Vater im Auto angereist ist. Als erstes ging es ins Zimmer und die Koffer wurden ausgepackt.
Unsere Unterkunft war ein Vier-Sterne Hotel mit eigenem Schwimmbad.
Da das Wetter gut war, haben wir danach die Umgebung erkundet. Die Sommerrodelbahn war das erste Ziel und hat viel Spaß gemacht. Zurück im Hotel ging es zum Essen. Es gab sehr viel Auswahl und man musste hinterher seine Teller nicht selbst wegbringen, sondern sie wurden vom Personal des Hotels abgeräumt.
Am nächsten Tag mussten wir früh aufstehen. Nach einem guten Frühstück mit Pancakes gingen wir in den Turniersaal. Unser erster Gegner war die Grundschule Lankow aus Schwerin. Mattis konnte sehr schnell die Dame gewinnen. Simons Gegner schenkte ihm früh einen Läufer. Kalle konnte mit einem Doppelangriff einen Bauern gewinnen und kurz darauf weitere Figuren. Nur Toni stand zunächst schlechter. Er konnte aber mit seiner Dame und den Läufern Druck auf die gegnerische Königsstellung ausüben und gewann dann doch noch. Der 4:0 Sieg war ein schöner Start ins Turnier. Da wir die Partien mitgeschrieben haben, konnten wir sie danach immer mit Herrn Mandelbaum besprechen und er gab uns Tipps, was wir beim nächsten Mal noch besser machen können. Es spielen immer vier Spieler für eine Schule. Man darf aber mit fünf Spielern antreten und die Aufstellung von Runde zu Runde verändern.
In der 2. Runde spielten wir gegen die Grundschule Louis Fürnberg Weimar. Simon, Kalle und Mattis konnten ihre Partien gewinnen, Oskar hat verloren Mit diesem 3:1 Sieg konnten wir zum Mittagessen gehen.
In Runde 3 spielten wir gegen die Dreisprachige Internationale Grundschule Magdeburg. Toni konnte seine Partie gewinnen. Leider verloren Kalle und Mattis ihre guten Stellungen. Simon spielte Remis, daher haben wir den Wettkampf 1,5:2,5 verloren.
In Runde 4 haben wir gegen die Ernst-Pinkert-Schule aus Sachsen 4:0 gewonnen. Es siegten Simon, Kalle, Mattis und Oskar.
Ums uns auszupowern machten wir wieder einen Spaziergang zur Sommerrodelbahn. Nach dem Abendessen konnten wir die Zehntklässler vom Emilie-Wüstenfeld Gymnasium (die werden auch von Herrn Mandelbaum trainiert und spielten das U18 Turnier mit) überreden, mit uns Fußball zu spielen. Die Regeln waren einfach. Alle unter 1,50 Metern durften Grätschen, wie sie wollen. Alle über 1,50 Meter durften ihre Gegner jederzeit huckepack über den Platz tragen.
Auch der nächste Tag startete mit einem leckeren Frühstück. Anschließend haben wir das Theresianum Breisach mit 4:0 weggefrühstückt. Es gewannen Simon, Kalle, Toni und Oskar.
In Runde 6 spielten wir gegen den Leonardo-Da-Vinci Campus Nauen. Simon und Mattis brachten uns schnell in Führung. Leider verloren Kalle und Oskar ihre Partien, sodass wir 2:2 spielten.
Nach dem Mittagessen spielten wir in Runde 7 gegen die dreieins Grundschule Berlin-Pankow. Simon, Kalle und Mattis konnten gewinnen, Toni verlor. Das ergibt einen 3:1 Sieg.
Nun haben wir doch Mal einen Blick auf die Tabelle gewagt. Wir lagen mit 11:3 Mannschaftspunkten auf dem zweiten Platz. Vor uns lag allerdings die Schule Pulverberg aus Bremen, die bis dahin jeden Wettkampf gewonnen hatte und daher 14:0 Punkte hatte. Und genau das waren unsere nächsten Gegner. Mattis nahm ein frühes Remisgebot seines Gegners an, da er bemerkte, dass sein Gegner mit einem Doppelangriff eine Leichtfigur von ihm gewinnen könnte. Simon stand nach der Eröffnung sehr gut, ließ dann aber eine dreimalige Stellungswiederholung zu, sodass auch hier der Punkt geteilt wurde. Dann kamen Toni und Kalle aus dem Turniersaal. Beide konnten ihre Partien gewinnen.
Nun ging das Rechnen los. Auf dem ersten Platz lag noch immer der Pulverberg, nun mit 14:2 Punkten. Wir lagen mit 13:3 auf dem zweiten Platz, Magdeburg mit 12:4 auf Platz 3. Auf Platz 4 lag unser Gegner der letzten Runde, die 60. Schule Leipzig. Die hatten 10:6 Punkte. Damit war bereits klar, dass wir auf jeden Fall unter die Top 3 kommen und einen Pokal mit nach Hause nehmen, egal, was noch passiert.
Wir machten dann erst einmal einen Ausflug mit einer Seilbahn ins Gebirge und nutzen dort den Spielplatz. Zurück im Hotel gingen wir ins Schwimmbad, da es für Fußball leider zu sehr geregnet hatte.
Nach einer erholsamen Nacht in weichen Betten wurde es ernst. Gewinnen wir unseren letzten Kampf? Stolpert der Pulverberg noch einmal?
Nach wenigen Minuten lag der Pulverberg tatsächlich schon 0:1 hinten. Leider hat Mattis früh seine Dame verloren und musste sich dann geschlagen geben. Kalle konnte den Rückstand aber schnell ausgleichen, da sein Gegner einen gefesselten Springer zog und Kalle dann die Dame schlagen konnte. Auch der Pulverberg konnte seinen Rückstand dann ausgleichen. Dann kam Oskar aus dem Turniersaal. Er konnte einen Springer und wenig später die Partie dank einer Ausschaltung der Verteidigung gewinnen. Dann sagte uns der Betreuer vom Pulverberg, dass sie nur 2:2 gespielt haben. Damit hatte es Simon in der Hand. Sollte er gewinnen oder Remis spielen, gewinnen wir den Wettkampf und den Titel. Er stand schnell gut, übersah dann aber einen Doppelangriff seines Gegners. Zum Glück konnte er sich an das letzte Thema beim Kadertraining (Simon wurde zum Hamburger Auswahltraining eingeladen) erinnern. Er wusste, dass Läufer + Springer im Mittelspiel stärker als ein Turm sind. Als er grinsend aus dem Turniersaal kam, war die Freude grenzenlos.
Wir sind Deutscher Meister!
Auch Deutsche Meister müssen allerdings noch ihre Koffer packen. Danach haben wir ein Interview für den Instagramkanal der Deutschen Schachjugend gegeben.
Bei der Siegerehrung wurden die Sieger aus verschiedenen Altersklassen geehrt. Zum Glück haben die Organisatoren mit der jüngsten Altersklasse angefangen. Wir haben einen riesigen Pokal für die Schule gewonnen, aber auch alle einen eigenen Pokal bekommen.
Im Turnier der älteren Grundschulen haben zwei Hamburger Schulen (Windmühlenweg und Ahrensburger Straße) die Plätze 2 und 3 belegt. Das erklärt, warum unsere Viertklässler sich in diesem Jahr leider nicht qualifiziert haben. In Hamburg gibt es sehr viele starke Schachschulen.
Die Rückfahrt mit der Bahn war mittelmäßig. Bis Korbach konnten wir wie geplant fahren. Dort hatte unser nächster Zug aber Verspätung. Als wir dann endlich mit dem Zug losgefahren sind, kam die Durchsage, dass er nicht bis Kassel fährt, sondern vorher endet. Wir mussten in einem kleinen Dorf im Nirgendwo aussteigen. Nach einer halben Stunde kam eine andere Bahn und brachte uns nach Kassel. Dort konnten wir in den ICE steigen und bekamen endlich alle einen Sitzplatz.
Wir haben auf der Fahrt dann noch Karrierepoker gespielt. So verging die Zeit wie im Flug.
Mit einer Stunde Verspätung sind wir dann in Hamburg angekommen, wo wir von unseren Eltern empfangen wurden.